Willkommen

Die Einweihung der neuen Pfarrkirche

Trotz noch so mancher fehlender Teile der neuen Pfarrkirche konnte am Montag, dem 10. November 1913 die Einweihung dieser neuen Antoniuskirche vorgenommen werden.
Die Dorstener Volkszeitung schrieb dazu: "Ein seltener schöner Freudentag ist der heutige Montag für Holsterhausen und seine katholische Kirchengemeinde. Jahrelange Opfer und Mühen sehen heute ihre Krönung in der Weihe der neuerbauten Kirche durch den Hochwürdigen Herrn Bischof von Münster, Dr. Johannes Poggenburg. Der große Tag wurde würdig eingeleitet durch einen feierlichen und glänzenden Empfang des Hochwürdigen Herrn Bischofs am gestrigen Sonntag. Prächtiges Wetter begünstigte nach jeder Hinsicht die Feierlichkeit. Die ganze Einzugsstraße vom Bahnhof Hervest-Dorsten bis Holsterhausen hatte bis zum letzten Haus Festschmuck angelegt. Mehrere Ehren- und Triumphbögen fügten sich in schönster Anlage und Ausstattung besonders hervorstechend in den allgemeinen Festesschmuck. An der Einholung des Bischofs beteiligte sich natürlich die ganze Gemeinde Holsterhausen. Auch aus der Umgebung, vor allem aus Dorsten, war eine große Menge Volk zusammengekommen.

Mit dem Schnellzug aus Münster kam der Herr Bischof gegen 3.45 Uhr auf dem Bahnhof Hervest-Dorsten an. Hier hatten sich Herr Amtmann Kuckelmann sowie die politische und kirchliche Gemeindevertretung zur Begrüßung eingefunden. Mit den bereitstehenden Wagen und unter dem Ehrengeleit von 50 Radfahrern und 30 Reitern ging es nach Holsterhausen. An der Gemeindegrenze erwartete den Gast aus Münster die Ortsgeistlichkeit - und ebenso erwarteten den Bischof eine Schar weißgekleideter Mädchen sowie sämtliche katholischen Verbände der Antoniusgemeinde. Der Ortsgeistlichkeit hatten sich auch einige Brüder mit ihrem Vorsteher vom Pflegeheim Maria Lindenhof angeschlossen. In feierlicher Prozession ging es nun zur Kirche, nachdem zwei Mädchen dem Bischof ein Willkommensgedicht aufgesagt hatten, wofür der Bischof sich herzlich bedankte.

Als die Prozession an der neuen Kirche ankam, beteten zunächst alle mit dem Bischof. Dann bestieg dieser eine kleine Kanzel, die man eigens am Kircheneingang dazu errichtet hatte. Der Bischof bedankte sich bei den Anwesenden für den herzlichen Empfang und bei den Mitgliedern der Antoniusgemeinde besonders herzlich für die Opferbereitschaft, die es möglich gemacht hatte, diese Kirche zu erbauen. Gern werde er sie Gott weihen, was er dann am anderen Tag, am Montag, 10.11.'13, in einem feierlichen Gottesdienst vollzog:"

"Nachdem mit dem gestrigen glanzvollen Empfang des Hochwürdigen Herrn Bischofs der Beginn der Weihefeierlichkeiten gegeben war, erreichte heute am eigentlichen Weihetag der Kirche die Festesfreude ihren Höhepunkt. Ganz Hosterhausen feierte und nahm innigen Anteil an der hehren Feier.

Die Weihezeremonien durch den Hochwürdigsten Herrn Bischof begannen gegen 1/2 8 Uhr und waren gegen 10 Uhr beendet. Um 1/4 nach 10 Uhr öffneten sich dann die Pforten der neuen Kirche, um die Gläubigen einzulassen zum ersten Gottesdienst. Es war ein feierliches Hochamt mit Pontifikalassistenz. Der Zelebrant des Hochamtes war Herr Pastor Herold, während ihm als Leviten assistierten Herr Pastor Vissing von Hervest und Pastor Vrey von Schermbeck. Als Thronassistenten beim Hochwürdigen Bischof fungierten die beiden Brüder Herr Dechant Strumann von Osterfeld und Herr Pastor Strumann von Warendorf.

Sonst hatten sich noch ca. 40 Geistliche eingefunden, um an dem Ehrentage Hoslterhausens und seines Pastors Herold teilzunehmen, darunter alle, die früher in Holsterhausen gewirkt, und dauch die aus Herzfeld, der Heimat des Herrn Pastors Herold gebürtig sind. Selbstverständlich fehlte auch die Geistlichkeit aus der Nachbarschaft nicht; Dorstens Pfarrgeistlichkeit insbesondere war vollzählig erschienen; dauch der Herr Guardian des Franziskanerklosters und mehrere Brüder von Maria Lindenhof. Die Gläubigen selbst waren in so großer Zahl erschienen, daß die große Kirche ganz gefüllt war.

Gegen 1/2 12 Uhr war das Hochamt, das noch verschönert wurde durch eine mehrstimmige Messe des Kirchenchors unter Leitung des Herrn Lehrer Flunkert, beendet. Darauf bestieg der Hochwürdigste Herr Bischof selbst die Kanzel, um eine kurze Predigt zu halten. Im Anschluß an seine gestrige Predigt behandelte er heute: Das ganze Leben Jesu ist im heiligen Sakrament gegeben. Die tiefsinnigen Darlegungen und die zu Herzen gehenden Mahnungen, die der Hochw. Prediger an seine Darlegungen knüpfte, machten sichtlich tiefen Eindruck. Mit der Übertragung des Allerheiligsten aus der alten Kirche nach der Neuen, was in feierlicher Prozession geschah, fanden die kirchlichen Weihefeierlichkeiten ihren Abschluß. Mit dem Dank-Gesang "Großer Gott wir loben Dich", schloß dann der erste Gottesdienst in der neuen Pfarrkirche.

Die Reihe der weltlichen Feiern, die das Fest auslöste, eröffnete gegen 1 Uhr ein Festmahl im Dieckhoff'schen Saale. Etwa 120 Personen nahmen daran teil von Holsterhausen selbst wie der Umgebung. Neben dem Hochwürd. Herrn Bischof bemerkten wir als Ehrengäste den Herrn Landrat Graf v. Merfeldt, Herrn Amtmann Kuckelmann, Hernn Architekt Kaufhold (Düsseldorf), Herrn Direktor Limberg der Gewerkschaft Trier u.a.m. Während des Mahles wurden verschiedene Trinksprüche ausgebracht. Zuerst sprach der Hochwürdigste Herr Bischof. Er dankte zunächst nochmals allen für die herzliche Aufnahme in Holsterhausen und beglücktwünschte die Gemeinde zu dem Neubau. Dann motivierte er ein Hoch auf die beiden höchsten Autoritäten Papst Und Kaiser, in das die Festteilnehmer gebeistert einstimmten. Herr Pastor Herold gab einen kurzen Überblick über dieGeschichte des KIrchenbaues. Freude und Dank bewegten ihn heute an dem großen Tage. Er dankte allen und jedem einzelnen, diezu dem Bau beigetragen. Insbesondere dankte er dem Hochwürdigste Herrn Bischof, ihm wiedmete er auch ein Hoch. Der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes toastete auf Herrn Pastor Herold, der für den Kirchenbau nicht bloß körperliche Mühen und Arbeiten auf sichgenomen, sondern auch finanzielle Opfer gebracht, ihm gebühre an erster stelle der Dank an diesem Tage.

Der Landrat, Herr Graf v. Merfeldt, entbot dem Herrn Bischof herzliches Willkommen im Kreise Recklinghausen. Er gab ihm die Versicherung, daß Religion und gute Sitten hier noch heimisch seien. Weltliche und geistliche Behörde setzten auch alles im gegenseitigen Vertrauen daran, die Religion dem Volke zu erhalten. Es sprach dann der Gemeinde Hoslterhausen die besten Wünsche der Staatsregierung aus zu der neuen Kirche. Daran knüpfte er die Mahnung, wenn sich auch die Zeiten änderten, doch den alten guten christlichen Sinn, die Grundsätze des Glaubens und der Sittenreinheit nict fallen zu lassen. Er verwies darauf, daß Kräfte am arbeiten seien, gerade die gute Sitte und die Achtung vor jeglicher Autorität zu untergraben. Diesen müsse entgegengearbetet werden, insbesondere müßten auch die Eltern in der Jugenderziehung die Schule unterstützen, auf daß gute Christen und gute Staatsbürger erzogen werden. Schließlich teilte er mit, daß Se. Majestät Herrn Pastor Herold, in Würdigung der Verdienste die er sich um Staat und Kirche erworben, den Roten Adlerorden IV. verliehen habe. Herr Pastor Herold dankte für die hohe Auszeichnung mit dem Versprehcen auch weiterhin getreulich an der Entwickelung und dem Gedeihen der Gemeinde Holsterhausen mitzuwirken. Er faßte seinen Dank zusammen in ein Hoch auf Se. Majestät.

Damit waren die offiziellen Reden erschöpft. Zudem war auch die Zeit gekommen wo der Hochw. Herr Bischof wieder abreiste. Mit demselben Ehrengeleite, wie gestern bei der Einholung, wurde er nach dem Bahnhof Hervest geleitet. - Über das Essen selbst kann nur Gutes gesagt werden. Alles endete vortrefflich.

Dem Festessen folgte gegen 6 Uhr eine allgemeine Festversammlung in eben demselben Dieckhoff'schen Saale. Sie vereinigte alle Männer und Frauen Holsterhausens wohl um ihren Pastor, um sich mit ihm des gelungenen Werkes und des Freudentages zu freuen. So viele Verswammlungsteilnehmer waren es, daß der Saal viel zu klein war und man noch ein Nebenzimmer dazu nehmen mußte.
Mit Herrn Pastor Herold waren auch seine Verwandten alle zu der Versammlung erschienen. Die Leitung hatte Herr Pastor Herold selbst. Besondere Freude und Genugtuung weckte die Auszeichung, die dem Herrn Pastor zuteil geworden war. Die Festrede hielt Herr Pastor Strumann (Warendorf). Er sprach über die Bedeutung des Gotteshauses für die Gemeinde. Seine liebevollen Worte wurden von der Versammlung mit größter Aufmerksamkeit entgegengenommen.

Im übrigen bot das Festprogramm noch einige kurze Ansprachen, Deklamationen - eine von 4 Schulkindern vorgetragene Dichtung "Die alte und die neue Kirche" wirkte besonders - und allgemeine Gesänge. Daß mehrere dieser Gesänge von Herrn Pastor Herold selbst gedichtet waren, konnte nur zur Erhöhung der Begeisterung beitragen. Überhaupt herrschte die beste Stimmung. Man sah allen die Freude an, mit welcher dieser hohe, seltene Tag, der die Erfüllung so vieler großen Wünsche und Hoffnungen gebracht, sie erfüllt hatte. Gegen 8 Uhr zog man herüber zur neuen Kirche, um in ihrem Schatten in einer Ansprache sich nochmals des Glückes bewußt zu werden, ein neues geräumiges Gotteshaus zu besitzen. Schließlich erstrahlte die Kirche noch in bengalischer Beleuchtung, ein herrlicher, unvergeßlicher Anblick. Mit deisem flammenden Schlusszeichen beendete man den großen denkwürdigen Tag. Er wird in dem Gedächtnis aller Festteilnehmer noch lange weiterleben, den Holsterhausenern aber wird es sicher unvergeßlich sein.

Nachtragen möchten wir unserem Bericht noch, daß am Sonntag abend im Dieckhoff'schen Saale schon eine Versammlung des Arbeitervereins, Jünglingvereins und der Sodalität stattgefunden, zu der auch der Hochwürdigste Herr Bischof erschienen war. Der hohe Gast richtete auch eine Ansprache an die Versammelten, indem er sie an die Pflichten katholischer Männer ermahnte. Die wohlmeinenden Worten verfehlten ihren Eindruck nicht. Das Erscheinen des Hochwürdigsten Herrn in der Versammlung wurde höchst dankbar empfunden.

<< zurück
>> weiter

Pfarrnachrichten

15.07.2018

Vertretungsdienst von Pfarrer Dratwa

Auch in diesem Jahr wird Pfarrer Dratwa wieder zu Gast in unserer Gemeinde sein. Er kommt am 16.07. und bleibt bis zum 05.08. 2018. Er wird im Pfarrhaus
St. Bonifatius wohnen. Wer Pfarrer Dratwa einmal zu sich einladen möchte, kann sich gerne im Pfarrbüro melden.

Pastor Kurian

Nach Absprache mit seinem Orden und dem Bistum Münster wird Pastor Kurian für weitere fünf Jahre in unserer Gemeinde tätig sein.


Termine

Dienstag, 17.07.2018

9.00 Uhr

Eucharistiefeier

Mittwoch, 18.07.2018

Kolping

Die Kolpingfamilie lädt alle Interessierten ein zu einem Spielenachmittag im Pfarrheim um 15.00 Uhr.

Donnerstag, 19.07.2018

19.00 Uhr

Eucharistiefeier

Samstag, 21.07.2018

18.00 Uhr

Vorabendmesse

15.00 Uhr

Trauung des Braupaares Jens Dolle und Hanna Haupenthal

Katholische Pfarrgemeinde St. Antonius Dorsten Hosterhausen | Impressum | Datenschutz