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Das Leben in der Herrlichkeit Lembeck (15.-18. Jahrhundert)

"Noch im 15. Jahrhundert finden wir eine Menge freier Familien, welche die Haupthöfe in Besitz hatten und auch mehrere Kötter und kleinere Höfe unter hatten, als der von Hagenbeck, von Hervest, von Wulfen, welch letzterer jedoch nicht später als im 13. Jahrhundert vorkommt. Neben denselben finden sich aber schon viele leibeigenen Familien vor, welche mit den Gütern verkauft wurden, dass die Besitzer der Haupthöfe gegen ihre Untersaßen und Leibeigenen ein größeres Ansehen genossen und damals eine große Selbstständigkeit gehabt haben, ist nicht zu bezweifeln, zum Teil erwiesen, indem sie teil Ritter waren, teils Ämter bekleideten, teils mit Zegnten usw. belehnt waren. Daß die Herre von Lembeck im Beitz der Gerichtsbarkeit, eines bedeutenden Zehnten und verschiedener Monopole allmählich zu einem großeren Ansehen und zu Reichtümern kamen, ist leicht erklärlich, daß aber alle übrigen Familien vor und nach heruntergedrückt wurden, so dass sie am Ende des 18. Jahrhunderts und vielleicht schon viel früher den Leibeigenen gleichstanden, ist eine ebenso traurige als unsere besondere Aufmerksameit in Anspruch nehmende Erscheinung. Weder unter dem bäuerlichen noch unter dem gewerblichen Stand fand sich auch nicht nur eine einzige Familie, die sich über den Grad einer mittelmäßigen bäuerlichen Wohlhabenheit erhoben hatte.

Zum Teil lag dieses wohl in dem Lehnsnexus und Hofesverbund, worin alle bäuerlichen Grundstücke befangen waren und wodurch der freie Verkehr mit den Grundstücken gehemmt wurde, größtenteils in der drückenden Abhängigkeit, worin die lediglich dem Ackerbau obliegenden Bauern dem wehrhaften Ritterstande gegenüber gerieten, besonders als sie bei diesen Schutz gegen die auf Raub und Plünderung reisenden Ritter suchen mussten. Die Bedingungen unter welchen dieser Schutz erteilt wurde, waren nicht selten Einguße der persönlichen Freiheit und Begebung in den leibeigenen Stand. So hart uns dieses auch jetzt vorkommen mag, so mussten sie doch damals minder drückend erscheinen, weil viele Freie, bloß um der Teilnahme an den häufigen Fehden zu entgehen, sich in die Leibeigenschaft begaben.

Blicken wir nun noch einmal auf den oben durchlaufenen Zeitraum zurück, so sehen wir so weit die geschichtlichen Nachrichten reichen, nur eine Kette von Fehden und Kriegszügen. Doch sie verdienen diese Namen nicht; sie waren nur Raub- und Plünderzüge". Immer und immer wieder wurde die Region heimgesucht, und so ist es mehr als verständlich, dassdie Wiederherstellung der Kirche (1618) 31 Jahre lang dauerte. Erst 1693 erhielt die Pfarrkirche Glocken,und 1697 konnte die erste Orgel angeschafft werden.

Auch wird klar, "dassbei der mangelhaften Verfassung die Einwohner nicht zu Wohlstand gelangen konnten, so sehr ihre einfache Lebensweise und große Sparsamkeit sie dazu berechtigte. Sie bewohnten ein Haus, welches je nach dem Bedürfnisse aus mehreren hölzernen Beginde bestand, die durch Lehmwände ausgefüllt waren. Das Dach war mit Stoh eingedeckt. In einem oder zwei Seitenanbauten war die Stallung fürs Vieh und einige Kammern und Bühnen zu Schlafstellen angebracht. Der mittlere Raum diente als Dreschtenne und im oberen Teile war der Herd und die Küche, wo die ganze Haushaltung um ein großes Feuer ihren Platz Licht und Wärme fand. Die Hausmutter konnte vom Herde aus das ganze Hausgesinde und zugleich das Vieh überschauen. Schornsteine kannte man erst später. Früher fand der Rauch seinen Ausgang durch ein kleines Fenster. In späterer Zeit trennt man auch die Küche und die Tenne vermittelst zweier großer Flügeltüren (Windfang) doch so daß diese offengestellt, beim Einfahren die Pferde bis an den Herd geführt werden und die Hausfrau beim Dreschen wenigstens das Stoh umwenden konnt. Später wurden hie und da in besonderen Anbauten Stuben für Weben und Spinnen angebaut und die Strohdächer und Lehmwände mit Ziegeln ersetzt, statt der Lehmflure in die Kammern Bretterflure gelegt, und allmählich die Häuser bis zur jetzigen Bequemlichkeit gebraucht.

Die Kleidung bestand aus selbst verfertigter grauer und weißer Leinwand und Drillich für den Sommer und aus einem Mengtuch aus Schafswolle und Leinen, sogenanntes Futterlaken, für den Winter. Auch schaffte sich jeder Mann, wenn er heiratete, einen dreieckigen Hut und einen Rock von grobem dickem Tuche an, die fürs ganze Leben aushielten. Die Frauen trugen im Winter ebenfalls wollne Röcke und Jacken. Die Nahrung war sehr einfach und solide. Kaffee und Zucker waren unbekannte Dinge. Fleisch wurde wenig gegessen, und selbst in großen Haushaltungen schlachtete man höchstens zwei Schweine oder eine Kuh und ein Schwein. An zwei Tagen in der Woche wurde kein Flsich gegessen. Dagegen war der Bierkrug sehr beliebet. Käse besonder C...tent [Cantent, Comtent oder Cantant, Comtant?], Brot und Bier bildeten die einzigen Genüsse bei den Jahresfesten der Gilde und manchen anderen festlichen Gelegenheiten."

Die Ausstattung der Pfarrkirche war also an das einfache Leben der Menschen gebunden und erfolte daher in kleinen Schritten. 1724 wurde mit Bernhard Wibbels erstmals ein Küster angestellt. Einen Rückschlag erfuhr die Gemeinde, als im Jahre 1736 bei einem Einbruch die liturgischen Gefäße gestohlen wurden. Die Familie von Merveldt schenkte der Pfarrgemeinde daraufhin eine Monstranz. Auch stiftete die Familie im Jahre 1741 eine Kanzel.

Das Jahr 1745 brachte der Pfarre einen schweren Rückschlag, denn bei einm Sturm wurde das Kirchendach zerstört. Durch den Verkauf einiger Bäume konnten die Instandsetzungsarbeiten finanziert werden.

1766 erhielt die Pfarre eine feste Organistenstelle und im Jahre 1814 wurde der Küster, Johann Hermann Quicksterdt, der erste Lehrer in Holsterhausen.

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Pfarrnachrichten

11.11.2018

Termine 2019

Wir möchten alle Gruppen, Vereine und Verbände und alle anderen Vorbereitungskreise bitten, ihre Termine für das kommende Jahr dem jeweiligen Pfarrbüro bis zum 15. November zu melden.


Termine

Mittwoch, 14.11.2018

Vorstand Pfarreirat

Die Vorstandsmitglieder des Pfarreirates sind herzlich um 18.00 Uhr ins Pfarrheim St. Antonius eingeladen.

Katecheten Erstkommunion

Die Katecheten der Erstkommunionvorbereitung 2019 treffen sich um 20.00 Uhr im Pfarrheim in St. Antonius.

Donnerstag, 15.11.2018

19.00 Uhr

Eucharistiefeier

8.20 Uhr

Schulgottesdienst der Antoniusschule (3. Klassen)

Freitag, 16.11.2018

9.00 Uhr

Wortgottesdienst

Dankeschön-Abend

Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind herzlich eingeladen zu einem Dankeschön-Abend im Pfarrheim St. Bonifatius. Die angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer treffen sich um 19.00 Uhr.

Samstag, 17.11.2018

Kirchenkratzen

Die Kirchenkratzaktion findet statt um 10.00 Uhr rund um Kirche und Pfarrheim und schön wären viele Helfer.

Sonntag, 18.11.2018

11.00 Uhr

Eucharistiefeier
Anschließend Volkstrauertagsfeier mit Kranzniederlegung am Ehrenmal am Pfarrheim, mitgestaltet vom Kirchenchor und Blasorchester

Dienstag, 20.11.2018

9.00 Uhr

Eucharistiefeier

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