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Reformation und Gegenreformation

Die im 16. Jahrhundert einsetzenden Glaubenskriege gingen an der hiesigen Region nicht spurlos vorbei:

"Kaum war nun für das kirchliche Bedürfnis der Herrlichkeit gesorgt, als auch die Reformation den kirchlichen Frieden bis in den äußersten Winkel erschütterte und auch die hiesige Gegend nicht verschonte. Auch hier fehlte es nicht an Anhängern der Reformation und an Geistlichen, die mit dem Gelübte der Keuschheit in Widerspruch kamen und den neuen Lehren huldigten. Am meisten waren die Gemeinden Altschermbeck und Erle ausgesetzt, indem im Herzogtum Kleve die neue Lehre allgemeine Aufnahme fand. Der damalige Bedsitzer ovn Lembeck, Freiherr von Westerholt, unterstütze jedoch den Bischof von Münster in seinem Bestreben, die Pastoraten mit tüchtigen treuen Priestern wieder zu besetzen und so wurde die Herrlichkeit dem katholischen Glauen gerettet."

"Nachdem im Jahre 1584 statt des zur lutherischen Religion übergetretenen und abgesetzten Bischofs zu Köln, Gebhard Truchseß'von Waldburg, der Herzog Ernst von Bayern zum Bischof von Kön erwählt worden war, zog ersterer (15. Mär 1584) nach Hovestadt in der Absciht, sich durch das Stift Münster nach Zütphen oder Wesel zu verfügen. Die münsterischen Truppen nötigten ihn aber von diesem Vorhaben abzustehen. Er machte darauf einen Scheinangriff gegen die in Buer contrarierenden Bayrischen Truppen, wandte sich dann auf Lünen und zog über eine Brücke bei Budenburg über die Lippe und dofort längst der münsterischen Seite der Lippe nach dem Rhein der Grafschaft Berge und Zütphen in der Absicht den niederländischen Städten seine Dienste anzubieten und wiederum ihre Dienste zu erhalten. Die Bayern von seinem Anzug benachrichtigt, wichen anfänglisch zurücke bis Herzog Ferdinand von Bayern mit Verstärkung ankam; dann zogen sie ih entgegen und brachten ihm zu Schermbeck bei einer über die Lippe geschlagenen Brücke eine große Niederlage bei.

Der Krieg mit dem Truchseß von Waldburg dauerte aber fort und als der Herzog Ernst von Bayern auch zum Bischof von Münster erwählt worden war, mußste er die Spanier, welche damals die Niederlande besetzt hielten, gegen ihn zu Hilfe rufen. Diese Maßregel kam dem Stift Münster und besonders der Herrlichkeit Lembeck tuer zu stehen. Denn von nun ab betrachteten die Spanier das Stift Münster als verbündetes Land, die Holländer als feindliches Land. Alle Parteien zogen auf ihren Märschen nach Groll, Bredevort und Lingen durch die Herrlichkeit, ließen sich liefern und nahmen natürlich alles was sie brauchten und fanden. Die Spanier hielten abwechselnd einzelne Teile des Stiftes besetzt um sie gegen die Niederländer zu schützen.

1587 richtete das spanische Kriegsvolk große Verwüstung in dem Münsterlande an. So wurde Holsterhausen nebst Kirche, Pastorat und Vikarienhaus durch Brand verwüstet. Der Kaplan starb bald nachher. Der Pastor mußte in einer kleinen Hütte wohnen.

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Pfarrnachrichten

19.05.2019
26.05.2019


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